Erfahrungsberichte - Berufserfahrene

Von der Staatsanwaltschaft zu HOCHTIEF

Hannah E., Juristin
HOCHTIEF Aktiengesellschaft

Es war ein Montagmorgen im Januar 2013. Ich hatte mir den Wecker mindestens eine Stunde zu früh gestellt, um genügend Zeit zu haben. Aber beim ersten Blick aus dem Fenster wusste ich, dass ich an meinem ersten Arbeitstag bei HOCHTIEF zu spät kommen würde. Es hatte in der Nacht geschneit; die Straßen und Autobahnen, die mich nach Essen in die Konzernzentrale bringen sollten, waren nicht geräumt, die Bahnen fuhren nicht. Kurzum: Es war ein holpriger Start mit uns beiden.

Seitdem fahre ich die Strecke fast täglich und bin nicht mehr zu spät gekommen. Die IT, das Telefon, das Namensschild sowie auch der Laptop, das Handy und der Parkplatz waren übrigens schon vor mir da – nur einer der großen Vorteile in einem internationalen Konzern.

Ein noch größeres Plus ist allerdings die Arbeitsatmosphäre. Bevor ich bei HOCHTIEF anfing, war ich als „klassische“ Rechtsanwältin, später als Staatsanwältin tätig. Oft genug habe ich täglich allein über Aktenbergen gesessen und Schriftsätze oder Anklageschriften diktiert. Heute bin ich Teil der Konzerncompliance und berate Kollegen in allen Compliance-Fragen. Hier sind Teamwork und gelungene Absprachen gefragt, damit alles funktioniert, wie es soll. Die Abstimmung mit anderen Konzernabteilungen und Abteilungen der HOCHTIEF-Gesellschaften sowie ein gut funktionierendes Netzwerk sind wichtige Bausteine. Zu meinen Aufgaben gehört beispielsweise die Aufarbeitung von Compliance-Fällen. Hier gilt es, sich eng mit den Kollegen aus der Konzernrevision abzustimmen, die die internen Ermittlungen übernimmt und mir die notwendigen Informationen zur Verfügung stellt.

Außerdem berate und schule ich Kollegen zu unserem Kernthema: Antikorruption. Manchmal reise ich dafür morgens nach Warschau, halte eine Präsentation, nehme an einem Meeting teil und fliege abends wieder zurück. Manchmal beantworte ich den gesamten Tag über größere und kleinere Anfragen: Was muss ich beachten, wenn der Oberbürgermeister zum Richtfest kommen soll? Dürfen unter Geschäftspartnern noch Geschenke gemacht werden oder ist das Bestechung? Und wie wähle ich meinen Geschäftspartner richtig aus? Ruhig ist es in meinem Büro nur noch, wenn ich neue Schulungsprogramme entwerfe, Richtlinien überarbeite oder Entscheidungsvorlagen für den Vorstand vorbereite.

Während früher immer nur die Rechts- und Rechtsschreibkenntnisse entscheidend waren, werde ich heute auch in anderen Bereichen gefordert; und weiß beispielsweise auch wieder, wozu ich fließend Englisch spreche. In der Entwicklung meiner Fähigkeiten hat mich HOCHTIEF unterstützt: von Fachfortbildungen über das richtige Auftreten in Präsentationen bis zu Problemlösungstechniken und dem Umgang mit Konflikten.

Teamwork und gelungene Absprachen sind gefragt, damit alles funktioniert, wie es soll.