Geschichte

Die Rettung von Abu Simbel, 1963 - 1968

Weil der Assuan-Damm den Nil staut, drohten die Felsentempel von Abu Simbel in den steigenden Fluten zu versinken. Hilfe nahte in Gestalt der Unesco. In deren Auftrag rettete HOCHTIEF unter den Augen der Weltöffentlichkeit die Tempel im Wettlauf gegen Zeit und Flut. Dazu wurde zunächst ein Damm von 360 Meter Länge errichtet, der beide Tempel schützen sollte. Doch im November 1964 droht der Erfolg, den fieberhaft arbeitenden Männern unter den Händen zu zerrinnen: Der Nil hat die Dammkrone bis auf zwei Meter erreicht. Nur unter Aufbietung aller technischen Mittel und härtestem persönlichem Einsatz gelingt es, die Gefahr zu bannen und den Damm zu jener Höhe zu vollenden, die der Nil für die Zeit der Arbeiten nicht mehr zu überschreiten vermag.
Nun galt es ein 60 Meter hohes Gebirge über den Tempeln abzutragen. Dazu wurde der poröse Sandstein mit Kunstharz-Injektionen verfestigt, während die Fassaden mit Wüstensand zugeschüttet werden, um die Kolosse vor herabstürzendem Gestein zu schützen.

Jetzt erst konnten die Fachleute darangehen, den gewachsenen Stein mit größter Vorsicht in bis zu 30 Tonnen schwere Blöcke zu zersägen. Insgesamt 1041 Blöcke wurden nach einem ausgetüftelten System gekennzeichnet, auf Lkw transportiert und 65 Meter höher und 180 Meter landeinwärts in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengesetzt. Dort bieten sich die Tempel wieder so dar, als ob sie schon immer an der Stelle gestanden hätten.

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