Tunnel für die Forschung © HOCHTIEF

Ohnegleichen

Ein Röntgenlaser, der Wissenschaftlern bahnbrechende Erkenntnisse verheißt. Ein Projekt, das es auf der Welt kein zweites Mal gibt. Bis zu 36 Meter unter Hamburg hat HOCHTIEF ein Tunnelsystem für diesen Laser angelegt. Gesamtlänge: 3,4 Kilometer. Und doch Millimeterarbeit. Denn Abweichungen mag das High-Tech-Gerät nicht. Gunnar Reimann auch nicht.

HOCHTIEF-Ingenieur Gunnar Reimann leistet gern Pionierarbeit. Er kennt das vom Gotthard-Tunnel, von einer Unterquerung des Bosporus, von vielen anderen Großbaustellen. Aber dann dieses Projekt zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Wieder einmal Neuland. Reimann muss nicht einen Tunnel bauen. Nicht zwei, drei oder vier. Elf Tunnel auf einmal. „Man muss sich das so vorstellen wie einen Arm, der dann in die Hand und die Finger übergeht“, beschreibt Reimann die höhlenartige Verzweigungskunst.

4 gewinnt
XFEL – vier Buchstaben für den Fortschritt. Im Mai hat der größte und leistungsstärkste Röntgenlaser der Welt in Reimanns Höhlenwelt seine Arbeit aufgenommen. Er produziert ultrakurze Lichtblitze – 27.000 pro Sekunde. Genau das soll Wissenschaftlern neue Forschungsmöglichkeiten und Einblicke in Vorgänge verschaffen, die kein Auge je zuvor gesehen hat. Atomare Details von Viren und Zellen sollen sichtbar werden, die für die Krebsforschung, die Astronomie aber auch die Industrie immense Innovationen versprechen. Im September ziehen rund 350 Wissenschaftler in das Hamburger Forschungszentrum ein. Dann muss sich zeigen, ob das mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Milliarden Euro teuerste Experiment der Bundesrepublik Deutschland hält, was es verspricht.

Ingenieur Reimann jedenfalls hat sein Wort gehalten. Ein perfekt sitzendes Tunnelröhrensystem zu bauen – das war der Auftrag, der bereits 2009 begann. Und zwar mit vielen Fragen. Wie müssen die Vortriebsmaschinen beschaffen sein? Wie halten wir das Budget ein?

11 auf einen Streich
Ein ganzes Jahr investiert Reimann in die Planung, tüftelt an technischen Abläufen. Wie greift ein Zahnrad ins andere? Er konstruiert ein stählernes Trägersystem, auf dem die mehr als 100 Meter langen und über 400 Tonnen schweren Tunnelbohrmaschinen Stück für Stück nach vorne bewegt werden. Das Resultat: In nur einem Drittel der ursprünglich veranschlagten Zeit und etliche Millionen Euro günstiger vollendete das HOCHTIEF-Team im Jahr 2011 seine Arbeit.

Nur ein Versprechen, die Lösung!
„Ein erfolgreiches Tunnelprojekt braucht eine gute Planung, gute Leute und Glück. Je besser die Planung, desto weniger spielt Glück eine Rolle“, sagt Reimann, der heute die Maschinentechnik im Tunnelbau bei HOCHTIEF leitet. Die Herausforderung: Das Laserlicht muss den Endpunkt genau treffen. „Deshalb mussten wir die Röhren absolut genau auffahren.“

Es hat funktioniert: „Die Tunnel sind eine Punktlandung, richtig gut“, erinnert sich Reimann heute. Mit welcher Akribie und Genauigkeit er und die anderen HOCHTIEFler gearbeitet haben, stellte sich beim Durchstich heraus. Es gab nur wenige Millimeter Abweichung. Mit Lasern gemessen, versteht sich.

17.07.2017
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