Wir bauen Verkehrsadern und schonen die Umwelt: Der grün angestrichene Asphalt ist aber eine Fotomontage. © HOCHTIEF

Der grüne Weg ist das Ziel

Straßenbau – das lärmt, staubt und riecht. Bagger, Beton, Bitumen. Was kann daran nachhaltig sein? Sehr viel, lautet die Antwort. Rings um den Globus baut HOCHTIEF an grünen Verkehrswegen. Nicht nur Geckos und Glattechsen dürften danke sagen.

wss/mmdb - assetID : 161058 Umzugsprogramm für seltene Tierarten: Bauvorbereitung für den Transmission Gully Motorway, Wellington, Neuseeland© CPB Contractors

Noch bevor die Bagger anrollten, kamen die Umweltschutzexperten in die Nähe von Wellington, Neuseeland. Sie fanden wildlebende und als gefährdet eingestufte Tierarten: Glattechsen, Geckos und Stummelfüßer. Keine Überraschung, denn das Baugebiet führt durch weitgehend unberührte Natur. CPB Contractors, eine Gesellschaft der HOCHTIEF-Tochter CIMIC, realisiert hier mit dem Joint-Venture-Partner HEB Construction eine 27 Kilometer lange Straße, den Transmission Gully Motorway. Der Anspruch: eine nach grünen Kriterien geprüfte Strecke, die von der US-Organisation Greenroads ausgezeichnet werden soll.

Grüne Straßen, grüne Maßnahmen: Die seltenen Tiere wurden zum Teil in das Nga Manu Nature Reservat in der Nähe von Waikanae umgesiedelt. Dort erhielten sie große Gehege, ausgelegt mit Farn, Rinde und Zweigen. Nach Ende der Bauarbeiten sollen die Tiere in die Nähe ihrer ursprünglichen Heimat zurückgebracht werden. Sie erhalten dort neue, beständige Naturlebensräume. Unser Team wird in der Umgebung des Projekts eine Fläche so groß wie 700 Fußballfelder neu bepflanzen. Ob Pflanzen, Wasser, CO2-Emissionen oder die Bedürfnisse der Stakeholder – wir übernehmen Verantwortung.


wss/mmdb - assetID : 161053 Ausgezeichnetes Projekt: der Great Eastern Highway, Perth, Australien© CPB Contractors

Sensible Naturlandschaften schonen
Die Bemühungen, auch Verkehrswege wie andere Infrastrukturprojekte oder Gebäude nachhaltig zu errichten, nehmen zu. Grüne Straßen haben viele Facetten. Beim Bau achten wir darauf, den Einsatz nicht erneuerbarer Ressourcen gering zu halten. Eine grüne Straße besteht zu einem Großteil aus wiederverwertetem Material. Zudem wird darauf geachtet, Rohstoffe zu verwenden, deren Produktion und Transport möglichst wenig Energie benötigen. Für die Zertifizierung durch das Infrastructure Sustainability Council of Australia (ISCA) oder die Greenroads Foundation spielt auch ihre Wartungsintensität über ihren Lebenszyklus eine Rolle.

CPB Contractors kennt sich mit diesen Systemen bestens aus. Mehrere ihrer Großprojekte wurden bereits vom ISCA ausgezeichnet. Darunter der Great Eastern Highway, der Elizabeth Quay und das Gateway WA, alle drei in Perth, Western Australia. Dort schreibt die Regierung vor, dass öffentliche Projekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Australischen Dollar nach den Kriterien des ISCA gebaut und zertifiziert werden müssen.

wss/mmdb - assetID : 159728 Vorbildlich: Beim Bau der Zufahrt zum internationalen Flughafen Perth, Australien, wurden 95 Prozent des Abfalls wiederverwertet.© CPB Contractors

Nachhaltigkeit lohnt sich – in vielerlei Hinsicht
Durch die umfassendere Planung mit ganzheitlichem Ansatz und besserer Datensicherheit ergeben sich bei zertifizierten Projekten deutliche Vorteile für Bau und Betrieb. Ein Beispiel: Der Great Eastern Highway, der Ausbau einer der wichtigsten Verkehrsadern von Perth, wurde neun Monate vor dem geplanten Bauende fertiggestellt. Das konnte nur gelingen, weil alle Projektbeteiligten an einem Strang zogen und viele kleine und große Nachhaltigkeitsmaßnahmen befolgten. So verarbeitete das Team unter anderem eine temperaturabgesenkte Asphaltmischung (warm mix asphalt), die bei niedrigeren Temperaturen hergestellt und aufgebracht wird, im Vergleich zum konventionellen „hot mix“. Diese warme Mischung benötigt weniger Energie, und das führt sowohl zu geringeren Energiekosten als auch einem niedrigeren CO2-Ausstoß.

Einen Berg an Schutt vermieden unsere Mitarbeiter beim Projekt Gateway WA, dem Bau der Zufahrt zum internationalen Flughafen in Perth. Dort lobte die Jury des ISCA – das Projekt wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet – die außergewöhnliche Menge an wieder verwertetem Material, mit dem unnötige Deponierung vermieden wurde: gut 850.000 Tonnen! Mehr als 95 Prozent des angefallenen Abfalls wurden recycelt. Eine Million Pflanzen wurden nun entlang der Strecke eingesetzt, darunter 2.300 seltene Arten. Das Team hat zudem eng mit der lokalen Ureinwohner-Gemeinde zusammengearbeitet.

wss/mmdb - assetID : 161056 Nachhaltig gebaut: Presidio Parkway, eine Zufahrt zur Golden Gate Bridge in San Francisco, CA, USA© Flatiron

Grünes Pilotprojekt in den USA
Ein Blick nach Kalifornien, in das Umfeld der berühmten Golden Gate Bridge in San Francisco. In den USA gibt es mehrere Pilotprojekte, die nach dem Standard von „Greenroads“ zertifiziert werden sollen. Eines davon ist der „Presidio Parkway“, die südliche Zufahrt des weltberühmten Bauwerks. Bei dem öffentlich-privaten Projekt unter der Regie von HOCHTIEF wird eine 2,2 Kilometer lange Straße durch das Naturschutzgebiet „Presidio“ gebaut.

Greenroads fordert für eine Zertifizierung ein ausführliches Nachhaltigkeitsmanagement, dazu gehört weitgehendes Recycling von Bauschutt und Abfall. Um in Kalifornien nachhaltig zu bauen, werden Maßnahmen zur Erdbebensicherheit vorausgesetzt. Der Presidio Parkway wäre in einem solchen Not-Fall ein zentraler „Notausgang“ der Großstadt. Wesentliches Element ist zudem ein sicheres Wegesystem für Fußgänger und Radfahrer entlang der Straße.

Steigende Nachfrage
Um auch bei Infrastrukturprojekten in Europa grüne Aspekte einbringen zu können, haben sich die ersten HOCHTIEF-Mitarbeiter zu „Sustainable Transportation Professionals“ der Greenroads Foundation fortgebildet. „Jeder Straßenbau greift in die Natur ein und verändert Landschaften“, sagt Michael Kölzer, Koordinator Corporate Responsibility. „Wir nehmen die Verantwortung im gesamten Konzern sehr ernst und leisten einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Straßenbau.“ Zwar ist der Aufwand für eine Zertifizierung hoch. Dennoch sichert sie die Qualität des Projekts, und das zahlt sich langfristig immer aus.

01.01.2017
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