
Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel Feininger, László Moholy-Nagy und Oskar Schlemmer sie alle lehrten am Bauhaus und prägten die Ideen der modernen Kunst.
1925 zog das Bauhaus nach Dessau. Dort wurde die wegweisende Bauhaus-Architektur in zahlreichen Bauwerken umgesetzt: Es entstanden unter anderem das Bauhaus-Gebäude selbst sowie vier "Meisterhäuser" die Wohnhäuser der Bauhaus-Lehrer die bis heute als vorbildliches Beispiel der Bauhaus-Moderne gelten. 1996 wurden die Gebäude in die Liste des Welterbes der UNESCO aufgenommen.
Weitere Informationen zu den Meisterhäusern finden Sie unter www.meisterhaeuser.de sowie unter www.bauhaus-online.de.
Das Meisterhaus war das Zuhause der Künstler Wassily Kandinsky (1866 - 1944) und Paul Klee (1879 - 1940) in ihren Dessauer Bauhaus-Jahren.
Walter Gropius hatte Klee 1921 ans Bauhaus geholt. Er unterrichtete zunächst Formenlehre, später auch Malerei. Kandinsky lehrte seit
1922 am Bauhaus. Er war Formmeister der Werkstatt für Wandmalerei und unterrichtete "Analytisches Zeichnen" und "Abstrakte Formenlehre".
Die beiden Künstler lebten mit ihren Familien in dem Doppelhaus, dessen farbliche Gestaltung mit einer Vielzahl von Farben eigene Raumwelten
schuf: Mit mehr als 170 verschiedenen Farbtönen gestalteten Kandinsky und Klee das Innere der Häuser nach ihren individuellen Vorstellungen.
Sie stehen damit in einem deutlichen Gegensatz zur spröden, abstrakt und fast technokratisch anmutenden Architektur der Meisterhäuser.
Nach Vertreibung der Bauhaus-Meister durch die Nationalsozialisten wurde das Meisterhaus Kandinsky-Klee bereits in den 1930er Jahren baulich verändert. In den 1990er Jahren war es stark sanierungsbdürftig. Ein faszinierender Teil an Originalsubstanz war jedoch erhalten geblieben. Neben Türen, Beschlägen und Einbauschränken war besonders die ursprüngliche Farbigkeit der Räume noch vorhanden oder nachweisbar.
HOCHTIEF erklärte sich bereit, die Restaurierung zu übernehmen. Das Unternehmen stellte eine Million DM zur Verfügung, um das kunst- und
architekturhistorisch unersetzliche Gebäude wieder zugänglich zu machen und der Nachwelt zu erhalten eine Herausforderung, die HOCHTIEF
für sein Jubiläumsjahr gerne annahm. Nach umfangreichen Voruntersuchungen begann HOCHTIEF Anfang 1998 als Generalunternehmer mit den Arbeiten.
Am 4. Februar 2000 wurde das Meisterhaus Kandinsky-Klee in Dessau wiedereröffnet.
Heute ist die eigenwillige und eindrucksvolle Farbgebung des Doppelhauses wieder zu sehen. Sie stellt im Bereich der Bauhaus-Architektur eine Einmaligkeit dar. Das Meisterhaus Kandinsky-Klee gilt somit zu Recht als eine international bedeutsame Inkunabel der modernen Architektur. Darüber hinaus eröffnet die Renovierung des Kandinsky-Wohnhauses einzigartige Einblicke in das Privatleben des Künstlers.
Weitere Informationen:
www.meisterhaeuser.de
Die Häuser, von denen die Villa Gropius und ein halbes Doppelhaus im Krieg zerstört wurden, haben seit der Verfemung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten eine bewegte Vergangenheit hinter sich.
Die Meisterhäuser gelten mit ihren klaren Formen und ihrer ökonomischen Raumaufteilung nach wie vor als vorbildliches Beispiel der Bauhaus-Moderne. Grund genug für die UNESCO, die Meisterhäuser gemeinsam mit dem Bauhaus-Gebäude Ende 1996 in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen.
Weitere Informationen zu den Meisterhäusern finden Sie unter www.meisterhaeuser.de sowie unter www.bauhaus-online.de.
Hier lebten und arbeiteten die Künstler Lyonel Feininger (1871-1956) und László
Moholy-Nagy (1895-1946) während ihrer Lehrtätigkeit am Bauhaus. Lyonel Feininger
war als Formmeister der Druckerei bis 1925 am Bauhaus tätig, danach als Meister
ohne Lehrauftrag. László Moholy-Nagy leitete von 1923 bis 1928 die Vorkurse und
fungierte als Formmeister der Metallwerkstatt. Seit 1924 gab er zusammen mit
Walter Gropius die Bauhaus-Bücher heraus.
Ein Luftangriff zerstörte 1943 die Villa von Walter Gropius sowie die benachbarte Doppelhaushälfte des Meisterhauses Feininger-Moholy-Nagy. Das verbliebene Feininger-Haus machte eine wechselvolle Geschichte durch, bevor es 1994 von der Stadt Dessau in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde. Im März 2011 wurde das Feininger-Haus nach mehrmonatigen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet und präsentiert sich seitdem in der Farbwirkung zur Einzugszeit der Familie Feininger aus dem Jahr 1926. Dabei wurden alle Flächen farblich neu gefasst. Zudem wurden Türen und Türfutter restauratorisch aufgearbeitet. Heute hat das Kurt-Weill-Zentrum in diesem Meisterhaus in der Ebertallee 63 seinen Sitz.

In diesem Meisterhaus wohnten und arbeiteten die Bauhaus-Lehrer Georg Muche
(1895-1947) und Oskar Schlemmer (1888-1943) während ihrer Tätigkeit in Dessau.
Georg Muche war zwischen 1920 und 1927 als Meister am Bauhaus tätig. Zuerst leitete er von 1921 bis 1922 den Unterricht im Vorkurs. Anschließend übernahm der Künstler die Leitung der Ausstellungskommission für die Bauhausausstellung 1923. Anlässlich dieser Ausstellung wurde in Weimar das von ihm entworfene "Haus am Horn" gebaut. Ab 1925 arbeitete Muche dann als Formmeister der Weberei.
Mit der Restaurierung des Meisterhauses Muche-Schlemmer in der Ebertallee 65-67 wurde inzwischen auch das letzte erhaltene Gebäude des Ensembles wiederhergestellt. Dieses Haus musste sich in den 30er Jahren ebenfalls beträchtliche verunstaltende Eingriffe gefallen lassen: Die Atelierfenster wurden teilweise zugemauert, Schornsteine angebracht und die Raumaufteilung verändert.