Meisterhaus Feininger-Moholy-Nagy

Hier lebten und arbeiteten die Künstler Lyonel Feininger (1871-1956) und László Moholy-Nagy (1895-1946) während ihrer Lehrtätigkeit am Bauhaus. Lyonel Feininger war als Formmeister der Druckerei bis 1925 am Bauhaus tätig, danach als Meister ohne Lehrauftrag. László Moholy-Nagy leitete von 1923 bis 1928 die Vorkurse und fungierte als Formmeister der Metallwerkstatt. Seit 1924 gab er zusammen mit Walter Gropius die Bauhaus-Bücher heraus.

Ein Luftangriff zerstörte 1943 die Villa von Walter Gropius sowie die benachbarte Doppelhaushälfte des Meisterhauses Feininger-Moholy-Nagy. Das verbliebene Feininger-Haus machte eine wechselvolle Geschichte durch, bevor es 1994 von der Stadt Dessau in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde. Im März 2011 wurde das Feininger-Haus nach mehrmonatigen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet und präsentiert sich seitdem in der Farbwirkung zur Einzugszeit der Familie Feininger aus dem Jahr 1926. Dabei wurden alle Flächen farblich neu gefasst. Zudem wurden Türen und Türfutter restauratorisch aufgearbeitet. Heute hat das Kurt-Weill-Zentrum in diesem Meisterhaus in der Ebertallee 63 seinen Sitz.

Das Doppelhaus der beiden Künstler unterschied sich von den anderen Meisterhäusern Kandinsky-Klee und Muche-Schlemmer nur durch Spiegelung und Drehung der Grundrisse. Somit hatten die Meisterhäuser auch Anteil an dem von Walter Gropius angestrebten seriellen, typisierten Wohnungsbau. Dazu Gropius: "Alle sechs Wohnungen in den drei Doppelhäusern sind gleich und dennoch verschieden in der Wirkung. Vereinfachung durch Multiplizierung bedeutet Verbilligung und Beschleunigung."


Foto: Yvonne Tenschert, 2011, Stiftung Bauhaus Dessau
Die exklusive Lage in einem parkähnlichen Areal, die ästhetisch exquisite Gestaltung, der großzügige Zuschnitt der Wohnungen und die für damalige Verhältnisse hochmoderne Ausstattung rücken die Meisterhäuser allerdings in die Nähe luxuriöser, individueller Villen.

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