Glossar

Sicherheitenstellung

Der Sicherheitsbedarf vieler Bauunternehmen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Neben dem konjunkturell schwieriger gewordenen Umfeld sind hierfür Veränderungen in den Geschäftsfeldern verantwortlich. Neben das traditionelle inländische Baugeschäft treten der Auslandsbau, das Bauträgergeschäft und zunehmend die Projektentwicklung. Im Ausland sind auch größere heimische Bauunternehmen häufig wenig bekannt. Dadurch verstärkt sich der Wunsch der Auftraggeber nach einer möglichst umfassenden Absicherung der eingegangenen Verpflichtungen.

Im Projektentwicklungs- und Bauträgergeschäft spielen die Vorschriften der Makler- und Bauträgerverordnung für die höheren Sicherheitenvolumina eine Rolle. Sinn dieser Vorschriften ist es, einen möglichst weitgehenden Schutz privater Bauherren zu erreichen, da diese die Risiken komplexer und für sie häufig auch betragsmäßig besonders großer Verträge nur schwer einschätzen können. Aber auch umgekehrt gewinnt für die Bauunternehmen eine Absicherung der Verpflichtungen des Bauherrn an Bedeutung.

Schon in den vergangenen Jahren genügte es nicht, aus der Investitionsbereitschaft eines Bauherrn unmittelbar auf seine Bonität zu schließen. Vielmehr war es erforderlich, die Zahlungsfähigkeit eines jeden Auftraggebers individuell und kritisch zu überprüfen. Es ist jedoch zunehmend zu beobachten, dass sich im Zusammenhang mit der verschlechterten wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen die Bonität von Auftraggebern während der Dauer eines Bauvorhabens unvorhergesehen verschlechtert. Aus diesen Gründen ist eine Sicherheitenstellung durch den Bauherrn eine berechtigte Forderung, um zunehmende Forderungsausfälle bei den Bauunternehmen zu vermeiden.