Geschichte
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Gründung der Aktiengesellschaft (1896-1921)

Als Gebrüder Helfmann war das junge Bauunternehmen bereits sehr erfolgreich. Allerdings beschränkte sich die Bautätigkeit noch auf den Frankfurter Raum. Für eine Erweiterung des Geschäfts fehlte der Firma einfach das nötige Kapital. In dieser Frage erwies sich Philipp Helfmann als der wagemutigere und vielleicht auch weitsichtigere der beiden Brüder. Denn es ist sicher kein Zufall, dass er kurz nach dem Tod von Balthasar die Umwandlung des Unternehmens in die Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten initiierte. Dabei betonte er ausdrücklich die Kontinuität zu seinen Anfängen. Im Mai 1896 verkündete er stolz:

"Herr Philipp Helfmann behält als Vorstand der Gesellschaft auch ferner die Oberleitung der Geschäfte und wird den Betrieb mit den Mitarbeitern, welche schon seiner früheren Firma zur Verfügung gestanden haben, in gleicher Weise fortführen."

Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft blieb HOCHTIEF also zunächst einmal ein Familienunternehmen. Die Verantwortung oblag weiterhin allein Philipp Helfmann.

Schon 1899 Verantwortung für Betrieb übernommen

Bei allem Traditionsbewusstsein dachte Philipp Helfmann oft sehr "modern". Ein eindrucksvolles Zeugnis seiner Bereitschaft, unternehmerisch neue Wege zu gehen, ist das Projekt Bad Orb. 1899 schloss HOCHTIEF darüber einen Vertrag mit der Stadt Orb ab.
Das Besondere des Projektes Bad Orb lag in den gegenüber dem eigentlichen Bauen erweiterten Aufgaben von HOCHTIEF. Neben dem Planen und Bauen der Gebäude gehörten die Gestaltung der Außenlagen, die durch die Bad Orb GmbH sichergestellte Finanzierung und schließlich auch der Kurbetrieb in die zumindest mittelbare Verantwortung von HOCHTIEF. So gesehen, war das Projekt ein frühes Beispiel für Systemführerschaft. Auch der erste bedeutende Auftrag im Ausland fällt noch in die Helfmann-Ära: der Getreidespeicher in Genua (1899-1901).

Stahlbeton revolutioniert Bautechnik

Noch in anderer Hinsicht ist der Getreidespeicher ein bedeutendes Bauwerk: Er wurde ganz in Stahlbeton errichtet. Die Entdeckung des Eisen- bzw. Stahlbeton war mehr als die Erfindung eines neues Baustoffs. Vielmehr revolutionierte sie die Bautechnik. Eindrucksvolle Bauwerke, bei denen Stahlbeton verarbeitet wurde, waren das 1906/1907 errichtete Stadttheater in Freiburg und die 1907/1908 erbaute Westend Synagoge in Frankfurt am Main. Bei diesen Bauten wurde Stahlbeton noch eher versteckt eingesetzt; man verwendete ihn bei der "inneren Konstruktion" und benutzte als Fassadenmaterial herkömmliche Baustoffe.



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