Seite 2 von 2
<  1 | 2  

Gründung der Aktiengesellschaft (1896-1921)

Infrastrukturausbau schreitet voran

Nicht vergessen werden sollte auch die Innovationskraft, die vom Stahlbeton beim Ausbau der Infrastruktur ausging. Aus dem Bereich des Ingenieurbaus wäre zum Beispiel die von HOCHTIEF 1906/1907 erbaute Eisenbahnbrücke in Lübeck zu nennen. Auch die Schleusen- und Turbinenanlage in der Weser bei Bremen (1907/1909) ist hier einzuordnen. Im Bereich Tiefbau gehört unter anderem die Mainschleuse zwischen Oberrad und Offenbach dazu (1898-1899).

Neue Bauberufe entstehen

Neben den optisch leicht erkennbaren Veränderungen des Bauhandwerks bei Baumaterialien und Baustil vollzog sich ein weniger auffälliger Wandel. Er betraf das Berufsbild des Bauarbeiters. Der Beruf des Einschalers, der heutige Betonbauer, entstand. Neu im Personal eines Bauunternehmens waren auch Arbeiter mit technischen Qualifikationen, die die jetzt erforderlichen ebenfalls neuen Geräte, Gießtürme, Turmdrehkräne und die ersten Eisenbiege- und Schneidanlagen, bedienen und warten konnten.

Speichergebäude in nur knapp einem Jahr gebaut

Beeindruckend ist heute noch die Geschwindigkeit, mit der große Bauwerke errichtet wurden - auch sie gehört zu den großen Vorzügen der Stahlbetonbauweise. HOCHTIEF benötigte beispielsweise für den in der Stahlbetonbauweise ausgeführten Bau eines Speichergebäudes in Hamburg, dessen Front eine Fläche von 36 Quadratmetern einnahm, ein knappes Jahr. Diese rasante Entwicklung der Bautechnik erlebte Philipp Helfmann nicht mehr. Nach seinem Tod 1899 übernahm sein Schwiegersohn, Hans Weidmann, den Vorstandsvorsitz.

Erste Niederlassungen entstehen

Weidmann führte HOCHTIEF erfolgreich weiter, allerdings musste er einige Krisen bewältigen. Dennoch stellte er wichtige Weichen für die Zukunft des Unternehmens. Unter seiner Leitung fasste HOCHTIEF 1906 in Berlin Fuß, wo einige Bauten für die Stadt Berlin ausgeführt wurden. Im gleichen Jahr erhielt HOCHTIEF auch zwei Aufträge aus dem Ruhrgebiet. HOCHTIEF betätigte sich immer mehr überregional. Parallel zu der Ausdehnung der Geschäftstätigkeit entstanden die ersten Niederlassungen. Den Ersten Weltkrieg überstand HOCHTIEF ohne nennenswerte Einbußen.