
HOCHTIEF hatte sich zu Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts aus den
bescheidenen Anfängen in Frankfurt zu einem etablierten Bauunternehmen
entwickelt. Doch mit den Unternehmen der Schwerindustrie ließ sich das
Bauunternehmen, zum Beispiel was Bilanzsummen oder Mitarbeiterzahlen betraf,
nicht vergleichen. Noch heute sind die Namen der Industriellen, die diese
Unternehmen leiteten, wie Emil Kirdorf (1847-1938) oder August Thyssen
(1842-1929), sehr bekannt. Unter ihnen ragte Hugo Stinnes (1897-1924), der schon
als sehr junger Mann einen erfolgreichen Konzern aufgebaut hatte, heraus.
Maschinenbauunternehmen; mit Thyssen zusammen besaß Hugo Stinnes die Mehrheit
von RWE. Schließlich suchte er für seine Bauprojekte ein Bauunternehmen, das er
in seinen Konzern einbinden konnte. Bei der Verwirklichung dieser Idee
unterstützte ihn sein Mitarbeiter Albert Vögler (1877-1945), dessen Bruder Eugen
die HOCHTIEF-Niederlassung Essen leitete.
So winkte HOCHTIEF ein äußerst lukratives Geschäft. Wegen der Besetzung des
Ruhrgebiets durch französische Truppen kam dieses Geschäft jedoch nicht zum
Tragen. Mit der Besetzung reagierte die französische Regierung auf die allgemein
zögerliche Zahlung der Reparationen.
geschäftlicher Beziehung zu HOCHTIEF standen, gelang es jedoch, die Krise zu
meistern. RWE und AEG wurden mit zirka 30 bzw. 13 Prozent Großaktionäre. Die
Situation bei HOCHTIEF beruhigte sich. An der Spitze gab es 1927 einen Wechsel:
Eugen Vögler löste Hans Weidmann als Vorstandsvorsitzenden ab.
Großkraftwerk Klingenberg in Berlin (1926-1927), das Westfalenhaus in Dortmund
(1928-1929) und Neubauten für die
Zeche Zollverein in Essen (1929-1931). Auch an
großen Wasserbauprojekten beteiligte HOCHTIEF sich, zum Beispiel an der
1930-1934 zu nennen. Diese Projekte wurden in mehreren Abschnitten realisiert
und sicherten HOCHTIEF jeweils für längere Zeit Beschäftigung. Einmalige, aber
mit Sicherheit ebenso willkommene Aufträge waren der Bau einer Straßenbrücke
über die Maritza bei Philippopel (Bulgarien) 1929-1931 und der Bau eines
Kohlenbunkers in Lutterade (Holland) 1931. Bei allgemein schlechter
Wirtschaftslage liefen die Geschäfte von HOCHTIEF noch vergleichsweise gut.
Dementsprechend hieß es im 1932 veröffentlichten Geschäftsbericht:
"Infolge der in unserem vorjährigen Geschäftsbericht angedeuteten Erweiterung unserer Auslandsinteressen sowie des Vorliegens von bereits früher erteilten Inlandsaufträgen können wir dennoch unseren Aktionären ein befriedigendes Ergebnis vorlegen."