Geschichte
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Im Machtbereich des Stinnes-Konzerns (1921-1933)

HOCHTIEF hatte sich zu Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts aus den bescheidenen Anfängen in Frankfurt zu einem etablierten Bauunternehmen entwickelt. Doch mit den Unternehmen der Schwerindustrie ließ sich das Bauunternehmen, zum Beispiel was Bilanzsummen oder Mitarbeiterzahlen betraf, nicht vergleichen. Noch heute sind die Namen der Industriellen, die diese Unternehmen leiteten, wie Emil Kirdorf (1847-1938) oder August Thyssen (1842-1929), sehr bekannt. Unter ihnen ragte Hugo Stinnes (1897-1924), der schon als sehr junger Mann einen erfolgreichen Konzern aufgebaut hatte, heraus.

Firmensitz 1922 nach Essen verlegt

Zum Stinnes-Konzern gehörten Bergwerksbetriebe, Schifffahrtsgesellschaften und Maschinenbauunternehmen; mit Thyssen zusammen besaß Hugo Stinnes die Mehrheit von RWE. Schließlich suchte er für seine Bauprojekte ein Bauunternehmen, das er in seinen Konzern einbinden konnte. Bei der Verwirklichung dieser Idee unterstützte ihn sein Mitarbeiter Albert Vögler (1877-1945), dessen Bruder Eugen die HOCHTIEF-Niederlassung Essen leitete.

Eugen Vögler (1884-1956) handelte mit dem Vertreter des Stinnes-Konzerns einen Vertrag (10.2.1921) über eine Interessengemeinschaft aus. Danach sollten sämtliche Stinnes-Bauten von HOCHTIEF ausgeführt werden. Im Zuge der Integration in den Stinnes-Konzern wurde 1922 der Firmensitz nach Essen verlegt. Bei aller Veränderung bemühten sich die HOCHTIEF-Direktoren um Kontinuität. Seit 1923 führte HOCHTIEF offiziell den Namen "HOCHTIEF Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten vorm. Gebrüder Helfmann".

Baumaterialien nach Frankreich

Schon kurz darauf zeigte sich, dass Stinnes' Pläne mit HOCHTIEF über eine "normale" Geschäftsbeziehung weit hinausreichten. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war ein Wiederaufbauprogramm (15.3.1922), nach dem der französischen Industrie deutsche Geld- und Sachleistungen als Reparationen zufließen sollten. Schnell erkannte Stinnes die geschäftlichen Möglichkeiten. Am 14.8.1922 schloss er mit dem französischen Industriellen Guy Louis Jean de Lubersac (1878-1932), der die französische Seite vertrat, ein Abkommen über Sachlieferungen ab. Danach sollten vor allem Baumaterialien nach Frankreich geliefert werden, die als Reparation angerechnet werden sollten. Diese Lieferungen sollte HOCHTIEF koordinieren und dafür eine Gebühr erheben dürfen. So winkte HOCHTIEF ein äußerst lukratives Geschäft. Wegen der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische Truppen kam dieses Geschäft jedoch nicht zum Tragen. Mit der Besetzung reagierte die französische Regierung auf die allgemein zögerliche Zahlung der Reparationen.


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