HOCHTIEF engagiert sich im geothermischen Kraftwerksbau

Der steigende Energiebedarf der Menschheit wird nach wie vor überwiegend durch den Einsatz fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl) und atomarer Energieträger (Uran) gedeckt. Angesichts der Endlichkeit der fossilen Energieressourcen, der Entsorgungsfragen bei der Nutzung atomarer Energieträger und der Klimaproblematik (Treibhauseffekt) ist es eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, die Energieversorgung in Zukunft so zu gestalten, dass Energie (Elektrizität, Wärme) effizient, sicher und nachhaltig zur Verfügung gestellt werden kann.

Geothermie

Die Nutzung der Wärme aus dem Inneren unseres Planeten (Geothermie) wird in Zukunft eine bedeutende Rolle in der Energieversorgung der Menschheit einnehmen. 99 Prozent unseres Planeten sind heißer als 1000 Grad Celsius. Dies stellt nach menschlichem Ermessen ein schier unerschöpfliches Energievorkommen dar. In Mitteleuropa nimmt die Temperatur im oberen Bereich der Erdkruste um ca. drei Grad Celsius pro hundert Meter zu. Unter uns schlummert eine Energiequelle, die uns 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr zur Verfügung steht. Die Frage: Wie machen wir uns die Wärme aus dem Tiefen Untergrund wirtschaftlich nutzbar?

Hydrothermale Geothermie

Ein viel versprechender Weg der Nutzung der Wärme aus dem Tiefen Untergrund ist es, hydrothermale Lagerstätten zu erschließen. Durch Tiefenbohrungen wird heißes Tiefenwasser an die Oberfläche gefördert und dort für die Erzeugung elektrischen Stroms und die Bereitstellung von Heizwärme genutzt. In Deutschland eignen sich drei Regionen für diese Form der geothermischen Nutzung, das Norddeutsche Becken, der Oberrheintalgraben und das Nordalpine Molassebecken.

Geothermische Kraftwerke in Deutschland

Die Nachfrage nach hydrothermalen Geothermiekraftwerken wächst. HOCHTIEF will von dieser Entwicklung profitieren und hat 2007 mit einigen Partnern die Süddeutsche Geothermieprojekte GmbH & Co. KG (SGG) gegründet. Zu der Gesellschaft gehören neben HOCHTIEF PPP Solutions und HOCHTIEF Construction der Projektentwickler RENERCO Renewable Energy Concepts AG sowie die Fondsgesellschaft SachsenFonds GmbH. In einem ersten Schritt sollen im Süddeutschen Molassebecken mehrere Kraftwerke mit einer Leistung von jeweils vier bis fünf Megawatt entstehen. Die SGG besitzt bereits eine Vielzahl von behördlichen Genehmigungen, um nach geothermischer Energie zu suchen. Erste Standorte für Geothermiekraftwerke wurden identifiziert.

Jedes Geothermieprojekt ist in zwei Phasen unterteilt. Es beginnt mit der Standortentwicklung, den notwendigen Bohrungen und dem Nachweis der sogenannten Fündigkeit. Die SGG verkauft das "fündige" Bohrloch anschließend an einen Investor, zum Beispiel eine Kommune. Diese beauftragt die SGG dann mit Bau und Betrieb des Kraftwerks.

HOCHTIEF bringt in die Gesellschaft seine ganzheitlichen Erfahrungen in den Bereichen Planen, Bauen und Betreiben von komplexen Infrastrukturprojekten ein. So ist zum Beispiel HOCHTIEF PPP Solutions als Infrastrukturdienstleister genauso beteiligt wie der Kraftwerksbauexperte HOCHTIEF Construction Energy Europe. Die HOCHTIEF-Tochter Streif Baulogistik hat bereits eine zukunftsweisende Tiefbohranlage für die Projekte angeschafft. HOCHTIEF Facility Management könnte zukünftig den Betrieb der fertig gestellten Kraftwerke übernehmen. Mit diesem eng verzahnten Leistungsangebot erschließt sich HOCHTIEF ein weiteres wachstumsstarkes Geschäftsfeld.

Wärme und Strom aus der Erde sind Energien der Zukunft. Die von HOCHTIEF angewendete hydrothermale Geothermie nutzt unterirdische Thermalwasserlagerstätten. Tiefbohrungen zwischen 3000 und 4000 Metern sind notwendig, um zu dem zirka 120 Grad Celsius warmen Wasser zu gelangen. Dazu sind zwei Bohrungen erforderlich. Die erste dient dazu, das Wasser zu fördern. Die zweite Bohrung führt das Wasser zurück in die Tiefe.