Geschichte
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Im Machtbereich des Stinnes-Konzerns (1921-1933)

HOCHTIEF meistert Stinnes-Krise

Mit der Besetzung des Ruhrgebiets zerschlugen sich die Hoffnungen, die die Verantwortlichen bei HOCHTIEF auf die Verbindung mit Stinnes gesetzt hatten. Gefährlich wurde es für HOCHTIEF, als der Stinnes-Konzern nach dem Tod von Hugo Stinnes zusammenbrach. Auch HOCHTIEF geriet in Zahlungsschwierigkeiten. Mit Hilfe der Banken, die schon seit Gründung der Aktiengesellschaft in enger geschäftlicher Beziehung zu HOCHTIEF standen, gelang es jedoch, die Krise zu meistern. RWE und AEG wurden mit zirka 30 bzw. 13 Prozent Großaktionäre. Die Situation bei HOCHTIEF beruhigte sich. An der Spitze gab es 1927 einen Wechsel: Eugen Vögler löste Hans Weidmann als Vorstandsvorsitzenden ab.

Zahlreiche Großprojekte werden realisiert

Nachdem die Inflation in Deutschland gestoppt werden konnte, entwickelten sich die Geschäfte von HOCHTIEF wieder positiv. HOCHTIEF errichtete unter anderem die Turn- und Sporthalle des Stadions Frankfurt am Main (1919-1926), das Großkraftwerk Klingenberg in Berlin (1926-1927), das Westfalenhaus in Dortmund (1928-1929) und Neubauten für die Zeche Zollverein in Essen (1929-1931). Auch an großen Wasserbauprojekten beteiligte HOCHTIEF sich, zum Beispiel an der
Schluchseetalsperre im Schwarzwald (1929-1931). Eine besondere technische Herausforderung war der Bau der Hochbrücke über die Ammer bei Echelsbach in Bayern (1928-1929). Bei fast allen Aufträgen handelte es sich um Folgegeschäfte - HOCHTIEF konnte offensichtlich von guten Geschäftsbeziehungen profiteren.

HOCHTIEF fasst im Ausland Fuß

Vor allem aber fasste HOCHTIEF in den 30er Jahren im Ausland Fuß. An ausländischen Großprojekten wären die Zellstofffabriken in Finnland sowie die Moselkanalisierung bei Metz und die Arbeiten am Kanal Lüttich-Antwerpen 1930-1934 zu nennen. Diese Projekte wurden in mehreren Abschnitten realisiert und sicherten HOCHTIEF jeweils für längere Zeit Beschäftigung. Einmalige, aber mit Sicherheit ebenso willkommene Aufträge waren der Bau einer Straßenbrücke über die Maritza bei Philippopel (Bulgarien) 1929-1931 und der Bau eines Kohlenbunkers in Lutterade (Holland) 1931. Bei allgemein schlechter Wirtschaftslage liefen die Geschäfte von HOCHTIEF noch vergleichsweise gut. Dementsprechend hieß es im 1932 veröffentlichten Geschäftsbericht:

"Infolge der in unserem vorjährigen Geschäftsbericht angedeuteten Erweiterung unserer Auslandsinteressen sowie des Vorliegens von bereits früher erteilten Inlandsaufträgen können wir dennoch unseren Aktionären ein befriedigendes Ergebnis vorlegen."



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