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Politisierung der Bauwirtschaft (1933-1945)

Bau der Festungsanlage Westwall

Seit 1938 baute HOCHTIEF unter der Regie der Organisation Todt am Westwall. Der Leiter der Organisation Todt, Fritz Todt (1891-1942), hatte von Hermann Göring 1938 den Auftrag erhalten, alle kriegswichtigen Bauten durchzuführen. So übernahm die Organisation Todt praktisch die Leitung aller Bauvorhaben. Als "kriegswichtig" galten neben offensichtlich militärischen Bauten, wie die Festungsanlagen am Westwall, auch Industriebauten und der Verkehrswegebau. Die zivile Bautätigkeit nahm immer mehr ab.

Verkehrswege und "Führerbauten" entstehen

Nach dem deutsch-französischen Waffenstillstand 1940 begann der Bau des Atlantikwalls, an dem HOCHTIEF ebenfalls mitwirkte. Auch im Rahmen der im Oktober 1941 beginnenden "Operation Wiking" in Norwegen arbeitete HOCHTIEF mit. Ebenso baute HOCHTIEF im deutsch-besetzten und nicht-besetzten Ausland: in Bulgarien, Jugoslawien, Polen, Ungarn, Österreich und sogar im Iran. Bei den Bauten handelte es sich zumeist um Verkehrswege, manchmal auch um Industriebauten.

Auch an den sogenannten "Führerbauten", dem Berghof auf dem Obersalzberg, der Wolfsschanze in Rastenburg (Ostpreußen) und dem Führerbunker in Berlin, arbeitete HOCHTIEF mit.

Zwangsarbeiter werden zunehmend eingesetzt

Seit 1939/1940 beschäftigte HOCHTIEF auf den Baustellen Zwangsarbeiter. Über diese Baustellen und die dort beschäftigten Zwangsarbeiter ist wenig bekannt, da viele Dokumente verloren gingen oder vernichtet wurden. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der Bauprojekte in Arbeitsgemeinschaften durchgeführt wurden. Dadurch lässt sich keine Aussage über die Zahl der bei HOCHTIEF eingesetzten Zwangsarbeiter machen. Was ermittelt werden konnte, kann in der im Oktober 2000 erschienenen Unternehmenschronik nachgelesen werden.

Mitarbeiter fliehen vor feindlichen Truppen

Gegen Ende des Krieges kam die Bautätigkeit fast völlig zum Erliegen. Die Mitarbeiter auf Auslandsbaustellen in Osteuropa flohen vor den vorrückenden sowjetischen Truppen. Noch im März 1945 wurde das Hauptgebäude von HOCHTIEF durch Bombentreffer schwer beschädigt.