Fitnesskur für den Verkehr bei Amsterdam - die Bauarbeiten wurden im Dezember 2017 fertiggestellt. © Tobi Bohn

Modernisierung ist machbar

Länder wie Kanada, Australien oder die Niederlande sanieren ihre Verkehrsinfrastruktur im Rekordtempo – mit ÖPP. Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) erweisen sich international mehr und mehr als Werkzeug staatlicher Modernisierung. Das Kapital liefern Firmen, Fonds, Banken oder Versicherer. Private Gesellschaften bauen und betreiben damit dringend benötigte Brücken, Tunnel und Autobahnen. Im Gegenzug erhalten die Firmen festgelegte Vergütungen.

Australien und Neuseeland praktizieren dies seit Jahren, vor allem bei komplexen Straßenbauten – auch unter Beteiligung unserer australischen Beteiligung CIMIC. Mit Erfolg, denn Australien will bis 2020 durch Public-Private-Partnerships (PPP) geschätzte 35 Milliarden Euro mobilisieren und so mehr Wettbewerbsfähigkeit für die Wirtschaft schaffen.

Ganz ähnlich ist die Situation in Kanada. Mit dem Bau und Umbau von 18 Polizeistationen in Ontario waren unsere ÖPP-Experten im Jahr 2010 auf diesem Markt gestartet und sind seitdem dort aktiv, gemeinsam mit Flatiron, einer unserer US-Tochtergesellschaften. Aktuell konzentrieren wir uns auf ein kanadisches Großprojekt. In Montreal errichten wir eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in Nordamerika: den Neubau der Champlain Bridge über den  St.-Lawrence-Strom.

Fokus Niederlande
Alexander Neumann findet ÖPP gut. Und er wohnt gern in den Niederlanden. Das passt, denn der Manager, der in Deutschland bereits mehrere ÖPP-Projekte wie die Autobahn 4 in Thüringen realisiert hat, leitet seit 2013 unser ÖPP-Geschäft im Nachbarland. Neumann schätzt die Professionalität der Niederländer, die bei diesen Projekten über standardisierte Verträge und Verfahren verfügen. „So können wir alles schneller umsetzen. Da sind die Niederländer einen Schritt weiter als Deutschland.“ Die Bevölkerung findet ÖPP grundsätzlich okay. Auch das trägt dazu bei, dass viele anstehende Projekte nach diesem Geschäftsmodell umgesetzt werden.

Um die Aufgaben optimal zu bewerkstelligen, haben die ÖPP-Experten ein gemeinsames Büro mit den Kollegen von HOCHTIEF Infrastructure und HOCHTIEF Engineering südlich von Amsterdam, umgeben von Autobahnen. Damit ist das Team immer mittendrin in einem Großprojekt, Planung, Finanzierung und Bau von zwei Autobahnabschnitten. Gut 20 Kilometer Strecke mit Brücken, Tunneln, Wasserwegen – sie wurden fit gemacht für den ständig wachsenden Verkehr zwischen Amsterdam, dem Flughafen Schiphol und der stark wachsenden Stadt Almere. Die Bauarbeiten wurden im Sommer 2017 fertiggestellt und damit über zwei Jahre früher als vom Kunden ursprünglich geplant. Bis 2042 wird HOCHTIEF die Strecke mit Partnern betreiben und dabei für eine hohe Verfügbarkeit, Sicherheit und Fahrkomfort sorgen. Neumann: „Mit einem Projektvolumen von mehr als einer Milliarde Euro ist dies gegenwärtig eines der größten ÖPP-Projekte in den Niederlanden. Weitere Projekte befinden sich derzeit in der Ausschreibung.“

Verfügbarkeit zählt
Auch die Vergütung ist bei niederländischen ÖPP-Verkehrsprojekten nach Standards geregelt: Sie ist an die Verfügbarkeit des Streckenabschnitts geknüpft. Sind Fahrstreifen nicht befahrbar, erhält der Betreiber weniger Geld. Baustellen am Montagmorgen bedeuten deutlich höhere Abzüge als in der verkehrsarmen Sonntagnacht. Eine solche Regelung verspricht Anreize für die passgenaue Verfügbarkeit einer Autobahn, mehr Kostensicherheit für die öffentliche Hand und mehr Transparenz. In Deutschland wird die A7 nördlich von Hamburg von HOCHTIEF ebenfalls nach diesem Prinzip ausgebaut.

24.10.2016
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