Nachhaltigkeit in der Lieferkette von HOCHTIEF

Der Einkauf von Material und Nachunternehmerleistungen spielt eine wichtige Rolle für HOCHTIEF: Insgesamt 17,4 Mrd. Euro – gemessen an der Konzernleistung ein Anteil von 68 Prozent – wurden im Jahr 2018 dafür aufgewendet. Vor diesem Hintergrund sind effektive Einkaufsprozesse von großer Bedeutung für den Erfolg des Konzerns. Auch nachhaltige Kriterien und die Transparenz in der Lieferkette werden zunehmend wichtiger.

Drei Fragen dazu an Nikolaus Graf von Matuschka, Vorstandsmitglied der HOCHTIEF Aktiengesellschaft und zuständig für Corporate Responsibility:

Herr von Matuschka, wie gut kennt HOCHTIEF seine Partner?

Mit vielen unserer Partner arbeiten wir bereits seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Diese Lieferanten und Nachunternehmer kennen wir natürlich sehr gut. Potenzielle neue Partner prüfen wir intensiv: Wir verfolgen bei HOCHTIEF einen ganzheitlichen und mehrstufigen Ansatz, um die Leistungsfähigkeit der Partner schon im Vorfeld zu beurteilen. Dazu gehört ein umfassendes Präqualifizierungsverfahren, in dem Vertragspartner nachweisen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen unseren ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen entsprechen. Unter anderem aufgrund der wachsenden Anforderungen von HOCHTIEF selbst, unserer Stakeholder sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen haben wir uns das Ziel gesetzt, die Transparenz in der Lieferkette weiter zu steigern und nachhaltige Aspekte noch stärker in den Einkaufsprozessen zu verankern.

Gibt es dazu bereits Maßnahmen?

Ja, ganz konkrete: 2018 haben wir zum Beispiel ein Pilotprojekt mit der Ratingagentur EcoVadis gestartet – als erstes Großunternehmen der Baubranche. EcoVadis bewertet Firmen im Hinblick auf die Nachhaltigkeitskriterien Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, faire Geschäftspraktiken und Lieferkette.

Im ersten Schritt lassen wir derzeit unsere wichtigsten Lieferanten und Nachunternehmer in Europa durch EcoVadis bewerten. Wir bitten diese Schlüsselpartner um ihre freiwillige Teilnahme an dem Programm. Sollten Defizite erkannt werden, entwickeln wir gemeinsam mit dem Partner spezielle Maßnahmen, sogenannte Corrective Action Plans. Auf der Seite unserer Partner spüren wir ein großes Interesse, aber immer wieder auch deutliche Zurückhaltung. Unsere Mitarbeiter im Einkauf führen viele Gespräche und leisten dabei auch Überzeugungs- und Grundsatzarbeit. Damit tragen wir in der Branche ganz aktiv dazu bei, das Verständnis von Nachhaltigkeit im Dialog zu fördern.

Verfolgt HOCHTIEF auch eine konkrete Zielsetzung?

Insgesamt arbeiten wir daran, mit unseren Partnern, aber auch in der Branche ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit zu erreichen. Ein Baustein ist hier der Code of Conduct für Vertragspartner, den wir 2018 weiter detailliert haben. Er enthält die Verpflichtung unserer Partner, die Menschenrechte, Arbeits- und Sozialstandards sowie Umweltstandards einzuhalten und dies wiederum auch von ihren Auftragnehmern einzufordern.

Eine fundierte Einschätzung der Leistung unserer Partner ist die Voraussetzung für die Nachunternehmer- und Lieferantenauswahl. Diese basiert bei HOCHTIEF auf der internen Bewertung der Leistung nach Abschluss – diese Ergebnisse fließen in die Präqualifizierung für künftige Projekte mit ein.

Die Nachhaltigkeitsbewertung unserer Partner durch EcoVadis bereichert unser Lieferanten- und Nachunternehmermanagement. Denn am Ende geht es auch um Messbarkeit: Als Teil der Präqualifizierung wollen wir mittelfristig die CR-Performance unserer Partner als feste Auswahlgröße etablieren.