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A1-Brücke: Wir machen das

Operation an der Lebensader

Der Minister griff ganz oben ins Regal, um die Bedeutung klarzumachen. Als „Mahnmal für den katastrophalen Zustand der deutschen Infrastruktur“ titulierte der damalige nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek die je zur Hälfte auf Leverkusener und Kölner Territorium stehende A1-Rheinbrücke. Das war 2016 – und die Hauptlebensader zum Herzen der Domstadt wie zu den nahen Werken von Bayer und Ford liegt schon länger auf der Intensivstation, gelinde gesagt.

Marode durch und durch, nicht mehr zu retten. Einen „kritischen Bauwerkzustand“ attestieren Fachleute bereits 2012. Um zu verhindern, dass Fahrer schwerer Lkw trotz Verbots die Brücke nehmen, kamen Ampeln, Waagen und Schranken auf die Autobahn. Für alle, die noch drüber dürfen, gilt Brückentempo 60. Seit Anfang 2021 bauen HOCHTIEF-Experten zusammen mit Partnern den ersten Teil der neuen Brücke. Bis Ende 2023 wollen wir fertig sein. „Wir machen das“, sagt Projektleiter Jan Felgendreher.

 

Unser Team

© Ralf_Baumgarten

Jan Felgendreher

Der Chef

Jan Felgendreher

Der Chef

© Ralf_Baumgarten

„Jede Führungskraft sollte Kinder haben. Sie werden dir die Grenzen aufzeigen.” Jan Felgendreher hat zwei Söhne, die in England zur Schule gingen, weil er bis 2012 dort acht Jahre für HOCHTIEF gearbeitet hat. Der 53-Jährige leitet das Leverkusener Brückenprojekt und will es zügig vorantreiben. Denn als Kölner hat er hier oft genug im Stau gestanden. Zögern, Bedenken tragen, nach allen Seiten absichern, bevor man den ersten Schritt macht – man darf sich Jan Felgendreher als das ziemlich exakte Gegenteil davon vorstellen. Ein Kerl wie ein Baum, offen, zupackend, geradeaus. „Ja, mache ich”, war auch seine Reaktion, als er nach dem Ingenieurstudium 1996 bei HOCHTIEF als Bauführer anheuerte und sich am ersten Tag seines Berufslebens gleich beim Bau des B9-Tunnels in Bad Godesberg einbringen durfte. „Ich habe es nie bereut”, sagt Felgendreher nach einem Vierteljahrhundert HOCHTIEF. „Jeden Tag lerne ich etwas Neues und bin ständig unter Leuten in ganz unterschiedlichen Konstellationen.“

© HOCHTIEF

Dominique Ludwigs

Herrin der Zahlen

Dominique Ludwigs

Herrin der Zahlen

© HOCHTIEF

Dominique Ludwigs ist die Herrin über die Zahlen an der Leverkusener Brücke. Die 34-Jährige kontrolliert den wirtschaftlichen Stand, die operativen Risiken des Bauprojektes, geht Abweichungen vom Soll nach, steuert das Projektbudget. „Schon in der Schule lag mir Mathe deutlich mehr als Sprachen“, betont die studierte Wirtschaftsingenieurin. Ludwigs, bekennende Yoga- und Roger-Federer-Anhängerin, wollte schon Zeit ihres Lebens dem Großvater im Job des Bauingenieurs folgen. Wichtiger Teil ihrer Arbeit: Raus auf die Baustelle und gucken, was hinter den Zahlen steckt, wofür gerade Geld ausgegeben wird. Vor ihrer Zeit bei HOCHTIEF hat die Controllerin für ein anderes Unternehmen über zwei Jahre im Oman am Bau eines Wasserschutzdamms mitgearbeitet. „Ein großes Multi-Kulti-Projekt, mit deutschen, französischen, indischen, ägyptischen Kollegen – ungemein spannend.“ Probleme als Frau in einem muslimischen Land gab es nicht, weil es in dem Land auf der arabischen Halbinsel vergleichsweise liberal zugeht. Frau am Bau – heute noch ein Thema, über das geredet werden muss? Nicht für die gebürtige Aachenerin. „Ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Gleich bei meinem ersten Job im Straßenbau hatte ich mit zwei älteren Polieren zu tun. Da habe ich mir anfangs ein paar Gedanken gemacht. Aber völlig umsonst, das lief super. Und daran hat sich seitdem nichts geändert.“

© HOCHTIEF

Yannis Schwarze

Mag Überraschendes

Yannis Schwarze

Mag Überraschendes

© HOCHTIEF

Yannis Schwarze (28), Bauleiter Rheinbrücke Leverkusen, steht jeden Morgen mit einem ziemlich exakten Plan auf, was an dem Tag so alles ansteht. „Und ich kann mir sicher sein, dass die Hälfte der Zeit völlig anders verlaufen wird.“ Gerade diese Abwechslung, die ständige Herausforderung, ist das, was der gebürtige Dortmunder an seinem Job schätzt. Überhaupt Herausforderungen. Die sind auch neben der Arbeit wichtig. „Auf dem Rennrad schalte ich gut ab. Am besten wenn es steil und lang bergauf geht, weil ich dann an nichts anderes mehr denken kann.“ Komplexe Projekte, viel Kontakt mit Menschen, „eine unfassbar steile Lernkurve“ und alles in Teamarbeit – für den leidenschaftlichen Sportler alles Dinge, die das positive Bild rund um seinen Job abrunden. Den Weg zum Unternehmen hat der Bauingenieur über ein sechsmonatiges Praktikum bei einem HOCHTIEF-Projekt gefunden. Das war vor fünf Jahren. Damals kam seine Arbeit so gut an, dass ihn der Projektleiter fragte, ob er nicht bleiben wolle. Yannis Schwarze wollte.

© HOCHTIEF

Philip Schulze

Der Mann für alles

Philip Schulze

Der Mann für alles

© HOCHTIEF

Philip Schulze ist Stellvertreter. Stellvertretender Projektleiter. Und erster Bauleiter. Damit Schnittstelle zwischen Projekt- und Bauleitung. Irgendwie „Mann für Alles“. Der 35-Jährige muss das große Ganze im Blick behalten: Termine, Kosten, Qualität. Hört sich stressig an. „Stimmt“, sagt der gebürtige Sauerländer, der in Köln lebt. Umso mehr als dass derjenige, den er vertritt, nicht nur in Leverkusen, sondern noch in weitere HOCHTIEF-Projekte involviert ist – und entsprechend viel auf Schulzes Schreibtisch landet. Spaß macht der Job trotzdem. Den hat er im Übrigen nicht zuletzt wegen eines interessanten Vortrags eines Bauingenieurs auf einer Job-Messe gewählt. Ursprünglich wollte er Arzt werden, wie der Vater. Aber dann kam alles anders. Dem Vater einer kleinen Tochter, der nebenbei noch das eigene Haus renoviert, gefällt vor allem „daran mitzuwirken, dass etwas erschaffen wird“. Zum Beispiel ein Bauwerk, welches das eigene Leben lange überdauern wird. In diesem Zusammenhang fällt das schöne Wort „Stolz“. „Ich bin zwar noch nicht so lange im Beruf“, sagt Philip Schulze. „Aber wenn ich in 20, 30 Jahren meinen Kindern zeige, was ich mitgebaut habe, dann stelle ich mir das sehr schön vor.“

© HOCHTIEF

Renate Schönfeld

Die Beton-Fachfrau

Renate Schönfeld

Die Beton-Fachfrau

© HOCHTIEF

Knapp 60 Kilometer von der Leverkusener Brücke entfernt befindet sich der Arbeitsplatz von Renate Schönfeld. Im Labor der 47-Jährigen in Duisburg muss sich der Beton beweisen, den wir verbauen. „Mein Job beginnt damit, dass ich die Anforderungen für die einzelnen Betonbauteile eines Projektes überprüfe und die erforderlichen Betonsorten für die Ausschreibung zusammenstelle. Im Verlauf des Projektes kontrolliere ich, ob der eingebaute Beton auch die geforderten Eigenschaften erfüllt“, beschreibt die gebürtige Kölnerin ihre Arbeit. Daneben leitet Schönfeld eine der drei Prüfstellen von HOCHTIEF. Da überwacht sie, ob der Baustoff korrekt angewendet wird, sprich: ob in erster Linie die Festigkeit stimmt. Dazu werden auf den Baustellen Betonwürfel hergestellt und ins Labor gebracht. „Dort überprüfen wir die Druckfestigkeit des Betons“, sagt Schönfeld, die seit mehr als 20 Jahren bei HOCHTIEF arbeitet – und in dieser Zeit einige Zehntausend Würfel unter Druck gesetzt hat. Auch in der Freizeit kommt die Mutter einer Tochter von dem Baustoff nicht wirklich los. „Ich bastle auch zu Hause mit Beton, habe schon Schüsseln, Kerzenständer oder auch Ostereier für Freunde und Verwandte daraus hergestellt.“ Ob ihre Geschenke gut ankommen? „Also bis jetzt hat sich noch niemand beschwert.“

© HOCHTIEF

Monika Willma

Die Erfahrene

Monika Willma

Die Erfahrene

© HOCHTIEF

Monika Willma war einer der Ersten auf der linksrheinischen Baustelle am Rhein. Als die 53-Jährige Mitte März 2021 in Merkenich ankam, musste sie erst mal aufräumen. Das Hochwasser einen Monat zuvor hatte vieles, darunter Teile der Baustraßen und Fundamente, unterspült. „Erst nachdem wir diese Arbeiten erledigt hatten, konnten wir die Baustelle einrichten“, erzählt Willma. Und erst danach konnte sie sich ihrem eigentlichen Job widmen: Bauleiterin. Davon gibt es ein paar hier. Denn die neue Rheinbrücke ist in vier Abschnitte eingeteilt: Eine Vorlandbrücke (Stahlbeton), zwei Strombrücken (Stahlverbundbau) und der sogenannte orthotrope Brückenteil (Stahl), der über den Rhein führt und vom Partnerunternehmen SEH gebaut wird. Für jedes Teil gibt es Verantwortliche. Monika Willma, die seit 27 Jahren bei HOCHTIEF arbeitet, ist für die Unterbauten der linksrheinischen Strombrücke zuständig. Weil sie in der Eifel wohnt, stand sie auf dem Weg zu ihren diversen HOCHTIEF-Projekten der Vergangenheit in vielen Staus auf der A1 – und weiß um die Notwendigkeit des Ausbaus. „Aber Hallo! Da habe ich einige Lebenszeit verloren“, erinnert sich die Bauingenieurin, bei der auch daheim Koordination angesagt ist: 15 Wellensittiche und zwei Katzen müssen miteinander auskommen. Willmas Erfolgsrezept: „Die Vögel wohnen in einem Zimmer, die Katzen im restlichen Haus. Dann klappt das auch mit dem Zusammenleben.“

© HOCHTIEF

Lars Scheidemantel

Mann mit großem Plan

Lars Scheidemantel

Mann mit großem Plan

© HOCHTIEF

Für seinen Job bringt Lars Scheidemantel die besten Voraussetzungen mit. „Ich bin auch im Privatleben ziemlich strukturiert, organisatorisch zumeist ganz gut aufgestellt“, sagt der Bochumer lachend. Da passt es, dass der 34-Jährige als Planungskoordinator in Leverkusen arbeitet. „Planung ist das halbe Leben“, sagt der Volksmund. Das ist wohl nirgendwo so richtig wie auf einer Baustelle. Der Vater von zwei kleinen Kindern kalkuliert, was für Leistungen erbracht werden müssen. Er passt auf, dass das, was die unterschiedlichen Planer zum Beispiel für das Traggerüst oder die Brücke vorgesehen haben, auch zusammenpasst – sprich umsetzbar ist. Scheidemantel gehört zu jener Gruppe von jungen Bauingenieuren, gleich nach dem Studium zu HOCHTIEF kamen. Das war 2013. Hier in Leverkusen ist einiges anders als bei seinen ersten Projekten, weil gewisse Vorarbeiten schon erbracht worden waren. „Es ist eine Herausforderung, sich in die Planung von anderen einzuarbeiten.“ Aber um noch mal den Volksmund zu bemühen: „Man(n) wächst an seinen Aufgaben.“

© HOCHTIEF

Robert Grummel

Der Problemlöser

Robert Grummel

Der Problemlöser

© HOCHTIEF

Ganz klassisch ist Robert Grummel in seinen Job reingewachsen. Der Vater, selbst Bauingenieur, nahm ihn schon früh mit auf Baustellen. In den Schulferien jobbte der heute 30-Jährige als Handlanger in Maurerkolonnen. „Eigentlich war ich immer überzeugt, dass das nicht mein Ding wird. Aber nach kurzer Zeit war mein Interesse geweckt und ich habe angefangen, mich für den Bau zu begeistern.“ Der Weg: Abi, Bundeswehr, Studium in Braunschweig und Aachen, Anfang 2018 Trainee-Start bei HOCHTIEF, seit 2020 Bauleiter. In Leverkusen leitet er den Bau der Vorlandbrücke. Das ist jener Teil der Rheinbrücke, der noch an Land steht und dieses in einer etwa 400 Meter langen Spannbetonkonstruktion überquert. Neben Organisation und Planung besteht ein wichtiger Teil seiner Arbeit darin, Probleme zu lösen. Die tauchen – wie immer im Leben – zumeist dann auf, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. „In diesem Fall muss eine schnelle und pragmatische Lösung her, damit nicht die ganze Baustelle still steht“, weiß Grummel. Ein klassischer Fall: Ein wichtiges Teil fehlt, die Beschaffung braucht eigentlich eine Woche, das Ding muss aber morgen da sein. „Dann organisieren wir das mit unseren Leuten und holen das Teil selbst ab.“ Und schon läuft es wieder.

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David Kolodziej

Mister digital

David Kolodziej

Mister digital

© HOCHTIEF

Unter sogenannten „Digitale Natives“ versteht man allgemein „Personen, die mit digitalen Technologien aufgewachsen und in ihrer Benutzung geübt sind“. Passt das, Herr Kolodziej? „Das trifft auf mich nur bedingt zu“, gesteht David Kolodziej. Zum ersten Mal ist der 30-Jährige, der sich in Leverkusen um die Einführung digitaler Produkte kümmert, bei der HOCHTIEF-Innovations-Plattform Nexplore mit dem Thema in Berührung gekommen. Diese Erfahrungen helfen ihm nun. Ob Bautagebuch, Dokumenten- und Planmanagement, Fertigteiltracking, Betonlieferung, Frischbeton-Temperaturmessung oder Qualitätssicherung – die Leverkusener Brücke soll in seinen Augen „Vorreiter beim Thema Digitalisierung werden“. Durch den Wechsel auf digitale Produkte erfordere die Datenerfassung zunächst zwar mehr Aufwand, die zugrundeliegende Datenstruktur ermögliche aber im weiteren Projektverlauf eine deutlich effizientere Nutzung der Daten, erläutert Kolodziej. Ein Beispiel: „Statt geschätzte 300 verschiedene Excel-Sheets durchsuchen zu müssen, lassen sich Bauaktivitäten durch wenige Mausklicks einfach filtern und auswerten.“ In seiner Freizeit ist Kolodziej „leidenschaftlicher Instinktsportler“. Wem das nichts sagt: Darunter fallen für den Kölner „alle Sportarten, bei denen man keine Zeit hat zu überlegen, sondern einfach instinktiv reagieren muss“.

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Helmut Kereit

Kümmerer und Prellbock

Helmut Kereit

Kümmerer und Prellbock

© HOCHTIEF

Mit 61 Jahren ist Helmut Kereit der Älteste auf der Baustelle. Seine Berufsbezeichnung: Oberpolier. Klingt nach Chef. Und so ist es auch. Kereit organisiert, terminiert, bestellt, kontrolliert, kümmert sich. Gleichzeitig ist er so etwas wie der „Prellbock“ zwischen Bauleitung und Personal. Wenn es knallt, dann meist bei ihm. „Aber keine Sorge. Ich kriege das schon geregelt.“ So wie Kereit das sagt, glaubt man es ihm aufs Wort. „Die kennen mich hier alle“, sagt der, der seit 41 Jahren bei HOCHTIEF beschäftigt ist. Zu viele Baustellen, um sich an alle zu erinnern, aber „mir hat es überall gefallen“. Im Laufe der Jahre hat sich einiges verändert. Die Projekte. Die Art zu bauen. Die Menschen, die mit ihm schaffen. „Wenn ich mir die Werkspoliere von heute angucke, dann fehlt denen schon ein Stück weit Stärke oder Selbstvertrauen“, findet er. „Ich habe überhaupt kein Problem, wenn einer mal etwas nicht versteht und nachfragt. Aber die Klappe halten und so zu tun, als wäre alles in Ordnung obwohl nichts begriffen wurde, das geht gar nicht.“

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Martin Asmann

Der Wegbereiter

Martin Asmann

Der Wegbereiter

© HOCHTIEF

Egal ob beruflich oder privat – irgendwie hat Martin Asmanns Leben sehr häufig mit Wasser zu tun. Der dreifache Vater, dessen Berufsleben 1989 mit einer Zimmererlehrer bei einer ehemaligen HOCHTIEF-Tochter begann, ist nicht nur passionierter Wellenreiter und Schwimmer. Aktuell hilft er, eine Brücke über eine der größten Wasserstraßen Europas zu bauen. Über einen Fluss, in dem – das merkt der 49-Jährige an – auch ein geübter Sportler wie er wegen der gefährlichen Strömung nie schwimmen würde. Seine Aufgabe bei HOCHTIEF liegt in der Arbeitsvorbereitung. Damit ist Martin Asmann kein ständiges Mitglied des jeweiligen Bau-Teams. Er kommt vielmehr ganz zu Beginn eines Projekts zum Einsatz, in diesem Fall bei der (Neu-)Ausschreibung des Brückenbaus. „Ich habe kalkuliert, was wir im Bereich Schalung und Rüstung so alles brauchen, habe entsprechende Angebote eingeholt und nach dem Zuschlag die Verträge geschlossen.“ Sein aktueller Job war etwas kniffliger als sonst, weil HOCHTIEF in diesem speziellen Fall nicht bei Null angefangen hat, sondern einzelne Dinge schon vorhanden waren. Asmann: „Wir mussten genau gucken, was noch fehlt oder ersetzt werden muss. Erst dann haben wir entsprechend geordert.“

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Yasemin Krämer

Kauft nichts Alltägliches ein

Yasemin Krämer

Kauft nichts Alltägliches ein

© HOCHTIEF

Zu sagen, dass Yasemin Krämer eine lange Einkaufsliste abzuarbeiten hat, ist eine leichte Untertreibung: Die 48-Jährige kauft fast alles ein (Ausnahmen siehe unter anderem Martin Asmann), was für den Bau der neuen Leverkusener Autobahnbrücke an Arbeiten und Material gebraucht wird. „Das reicht von Bohrpfählen und Spundwänden über die Container, in denen die Baustellen-Leitung arbeitet, bis zu Blitzschutz und den Taucherarbeiten“, erläutert die Mutter zweier Töchter, die in der Freizeit gerne handarbeitet und beim karitativen Verein „Kölner Herzkissen“ aktiv ist. „Kleinzeug“ wie Hammer, Nägel und Co. gehören hingegen nicht zu Krämers Aufgabengebiet. Die kann die Crew vor Ort bei Bedarf direkt über einen firmeninternen, elektronischen Katalog anfordern. Wie in einem ordentlichen Haushalt gilt auch auf der Baustelle: Die Dinge müssen da sein, wenn sie gebraucht werden. „Der Straßenbelag für die neuen Autobahnspuren steht auch auf meiner Liste“, so die staatlich geprüfte Betriebswirtin, die seit 1995 bei HOCHTIEF arbeitet. „Aber den ordere ich natürlich erst dann, wenn ich bei entsprechendem Baufortschritt grünes Licht dafür bekomme.“

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Uwe Schenk

Lernte von der Pike auf

Uwe Schenk

Lernte von der Pike auf

© HOCHTIEF

Wer im Lexikon den Begriff „etwas von der Pike auf lernen“ nachschlägt, könnte eigentlich auf Uwe Schenk verwiesen werden: Der Vater arbeitete als Handwerker bei Holzmann. „Als ich nach der Bundeswehr etwas orientierungslos durchs Leben stolperte, stellte er mich vor die Wahl: ‚Entweder du suchst dir eine Ausbildungsstelle oder ich besorge dir etwas’“, erinnert sich der heute 53-Jährige. Der Vater machte sein Versprechen wahr. Schenk absolvierte bei Holzmann eine Lehre zum Spezialbaufacharbeiter/Industriezimmerer. Nach dieser Ausbildung und einigen Weiterbildungen (unter anderem zum Industriemeister) kam er im Jahr 2000 zu HOCHTIEF. Dort schloss sich ein Studium an der HOCHTIEF-Akademie an. In Leverkusen ist Schenk als Bauleiter für den rechtsrheinischen Bauabschnitt im Einsatz. Bei der Frage nach dem spannendsten Projekt seiner Laufbahn muss der Vater eines Sohnes nicht lange überlegen: ein Senkkasten in Düsseldorf. Dabei handelt es sich um ein Betonbauwerk, auf das ein Bagger gestellt wird, der sich mit dem Bauwerk nach unten gräbt.  

 

© HOCHTIEF

Jörg Hoffmann

Sicher ist sicher

Jörg Hoffmann

Sicher ist sicher

© HOCHTIEF

Den Rasen in Sandalen mähen? Käme für Jörg Hoffmann nie in Frage. Schließlich arbeitet er bei HOCHTIEF als Sicherheits- und Umweltschutzingenieur. Daher gilt auch im heimischen Garten und im gesamten Privaten: Safety First!

Der Vater von vier Kindern gehört – wie Martin Asmann – nicht zur festen Crew an der Brücke. Der Diplom-Bauingenieur ist mit seinen Kollegen vielmehr bundesweit für die Sicherheit auf Baustellen zuständig. Hoffmann: „Ich kontrolliere vor Ort, ob die Arbeitssicherheitsregeln eingehalten werden. In Leverkusen haben wir beispielsweise zudem für den Fall der Fälle in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr ein Rettungskonzept für den Zugang zu den tiefen Baugruben ausgearbeitet.“

Gefährliche Stoffe können die Mitarbeiter, aber auch die Natur schädigen. Nicht nur deshalb steht der Umweltschutz gleichranging in Hoffmanns Fokus. „Nachhaltigkeit ist für uns ein ganz wichtiges Thema.“ Früher standen sich Ökologie und Ökonomie oft im Weg. Heute ist das anders. „Es ist deutlich teurer, Bauabfälle auf die Deponie zu bringen als diese zu verwerten – oder gleich ganz zu vermeiden“, weiß der 55-Jährige. Heißt: Wer die Sache gleich von Anfang an richtig angeht, schont nicht nur das Klima sondern auch die Kasse.

© HOCHTIEF

Nico Krämer

Der vor Begeisterung brennt

Nico Krämer

Der vor Begeisterung brennt

© HOCHTIEF

Wenn Nico Krämer sich gerade nicht um die Arbeitsanweisungen an der Leverkusener Brücke kümmert, also zum Beispiel Arbeitsschritte und -abläufe oder die Verwendung der einzelnen Baumaterialien vorgibt, dann steht er am Rost. „Ich bin leidenschaftlicher Griller, werfe im Sommer jedes Wochenende den Grill an und brutzele los“, sagt der 28-Jährige. Ähnlich viel Enthusiasmus wie am Barbecue entwickelt der Langenfelder, wenn er über seine Arbeit spricht. „Ich bin Bauingenieur geworden, um Brücken zu bauen.“ Da ist er in Leverkusen schon mal am richtigen Ort. Zwei Wochen nach Abgabe seiner Masterarbeit fing er 2019 bei HOCHTIEF an. Seitdem läuft es rund für ihn. „Als Jung-Ingenieur mache ich alles, was ich mache, zum ersten Mal. Das ist natürlich herausfordernd, aber auch sehr spannend.“ Leverkusen ist sein drittes Projekt in zweieinhalb Jahren – und alle waren grundverschieden. Viel Neues und Spannendes statt „Schema F“.  Krämer ist sich sicher: „So kann es weiter gehen.“

Die Brücke in Zahlen

14. September 2021

Jetzt ist der Stahl dran

Beim Bau der neuen A1-Autobahnbrücke bei Leverkusen kommt jetzt der Stahl zum Einsatz. Die ersten Stahlbauteile sind angekommen. Die Montage kann beginnen.

30. August 2021

Warum wir Beton unter Druck setzen

Seit Anfang 2021 bauen unsere Experten an der A1 Rheinbrücke Leverkusen. Der Herausforderung an diesem Verkehrsknoten stellt sich unser Team mit Beton-Fachfrau Renate Schönfeld. Sie leitet eine der drei Prüfstellen für die Baustoffe der Brücke: „Ich überprüfe die Druckfestigkeit des Betons. Dazu bekomme ich von der Baustelle Betonwürfel geliefert. In meinen mehr als 20 Jahren bei HOCHTIEF habe ich einige Zehntausend Würfel unter Druck gesetzt.“ Im Labor der 47-Jährigen muss sich der Beton erst beweisen, bevor wir ihn verbauen.

18. August 2021

Taucher-Einsatz für die neue Brücke

Wer über Wasser Verbindungen schafft, muss auch mal abtauchen. Für die neue A1-Autobahnbrücke bei Leverkusen sind aktuell Spezialtaucher im Einsatz, um vorbereitende Gründungsarbeiten für einen der beiden Pylone zu erledigen. In dieser Woche haben sie Kernbohrungen in etwa sieben Meter Tiefe vorgenommen. In der nächsten Zeit werden sie schweißen und betonieren – alles unter Wasser. Und von oben nur durch Luftbläschen zu erkennen.

9. Juli 2021

Eine Brücke. Zwei Männer.

Weiter geht’s beim Neubau der Leverkusener A1-Rheinbrücke. Immer weiter! Aktuell laufen die Schalungs- und Bewehrungsarbeiten an der Vorlandbrücke, also dem Teil der Rheinbrücke, der noch an Land steht. „Die Vorlandbrücke wollen wir zeitnah betonieren“, sagt HOCHTIEF-Bauleiter Yannis Schwarze. Schwarze ist 28 Jahre jung. Zusammen mit Planungskoordinator Lars Scheidemantel (34) gehört er zu den Jungingenieuren im Team, das den Weiterbau der Rheinbrücke im März 2021 übernommen hat. Sie werden immer wieder über die Fortschritte berichten. Bis Ende 2023 sind die Arbeiten an dem rund einen Kilometer langen Bauwerk terminiert.

17. Juni 2021

Auf die Brücke, fertig, los!

Wir machen der Leverkusener A1-Rheinbrücke Beine - und zwar aus Beton. Sechs Meter unterhalb des Rheinwasserspiegels hat das Team um HOCHTIEF-Bauleiter Uwe Schenk heute mit der Betonage des ersten Brückenpylons direkt am Flussufer begonnen.

Gegen den Einbruch von Fluss- und Grundwasser ist die Baustelle durch einen Spundwandkasten abgedichtet. „Wir verarbeiten 34 Kubikmeter Beton pro Stunde und liegen aktuell sehr gut in der Zeit“, sagt Uwe Schenk. „Im weiteren Tagesverlauf wollen wir die komplette Höhe des Pylons von 5,30 Meter erreichen und 300 Kubikmeter Beton verbaut haben.“

24. März 2021

Fertigmachen zum Anbohren

Wir spucken in die Hände, um mit unseren Arbeiten für die Leverkusener A1-Rheinbrücke zu beginnen. Nachdem HOCHTIEF im Februar den Zuschlag zum Weiterbau erhalten hatte, kam gestern die Maxi-Bohrmaschine an. „Die bauen wir heute zusammen und morgen kann es losgehen“, sagt Kieran Engesser (33), Bauleiter Spezialtiefbau bei HOCHTIEF. Das Bohrgerät hat es in sich. Mit ihm bohren unsere Experten an 24 Stellen knapp 34 Meter tief in die Erde, um dann Betonpfähle für die Brückenpylonen zu setzen. Auch die Bohrlöcher haben mit 1,50 Meter Durchmesser Extremformat. Bis Ende 2023 sind die Arbeiten an dem rund einen Kilometer langen Bauwerk terminiert.

Der Plan

Die 1965 eröffnete Rheinbrücke war für 40.000 Fahrzeuge pro Tag konzipiert worden. Gut 50 Jahre später sieht die Realität anders aus: Rund dreimal so viele Autos und Lkw waren hier bis zu den ersten Verkehrseinschränkungen unterwegs. Vor allem die täglich 14.000 Laster setzten dem Bauwerk zu, wirkten wie ein Beschleuniger des Alterungsprozesses. Wegen der Zunahme des Verkehrs wurde der Kölner Ring bis 1995 auf sechs Fahrstreifen ausgebaut. Der Ersatzneubau der Rheinbrücke besteht aus zwei einzelnen, parallelen Brückenüberbauten. Der erste Teil des Neubaus baut HOCHTIEF aktuell nördlich direkt neben der jetzigen Brücke. Nach Fertigstellung fließt der gesamte Verkehr dann zunächst über diesen Neubau. Im Anschluss wird die alte Rheinbrücke abgerissen, bevor es an den Bau der zweiten Brücke geht, die an derselben Stelle entsteht. Auf diese Weise wird der Verkehrsfluss während der gesamten Bauzeit sichergestellt. Wenn die neue Rheinbrücke komplett fertig ist, kann der Verkehr über acht Spuren fließen. Weiterhin werden die Ein- und Ausfahrten der Brücke auf beiden Rheinseiten zweispurig angelegt. An diesen Verflechtungsstrecken ergibt sich eine höhere Spurenzahl, im Maximum zwölf. Hinzu kommt je ein 3,25 Meter breiter Rad- und Fußweg auf beiden Seiten.